Die Einfassung eines Quiltes
von Linda Hungerford
Linda ist eine begeisterte Quilterin aus West Des Moins, Iowa, USA.
Sie schreibt freiberuflich für verschiedene Quiltzeitschriften und gibt kostenlosen Anfängerunterricht im Rahmen ihrer kirchlichen Arbeit in der „Stitchin‘ Mission®“. Linda schrieb “First Time Quiltmaking“ (herausgegeben von Landauer Corporation), das auf dem Unterricht von „Stitchin‘ Mission“ basiert. Weitere Informationen findet Ihr unter: www.StitchinMission.org.
Wenn es um die Umrandung oder Einfassung eines Quiltes geht, würde ich mich nicht als Expertin bezeichnen aber wenn die Menge die Erfahrung ausmacht, dann habe ich sie – reichlich sogar! Ich denke, dass meine Umrandungen aneinandergelegt mindestens die Länge von drei Fussballfeldern erreichen, grob kalkuliert!
Ich unterrichte Quilt-Anfänger. Wenn ich dann die Herstellung der Einfassung erklären muss, lege ich immer besonderen Wert darauf, den Grund dafür zu erläutern (um die Schichten des Quiltes mit einer haltbaren Kante zu umschliessen). Dann erkläre ich eine Einfassung aus ausgeschnittenen Streifen, die diagonal zusammengesetzt und als separates Stück angenäht werden.
Die Methode, die ich vorstelle, taucht sehr häufig in Quiltbüchern und –zeitschriften auf.
Jeder Quilter hat sie zumindest schon mal probiert; viele nutzen sie regelmäßig.
Bei der Methode beginnt man in der Mitte einer Seite die Einfassung anzunähen und faltet die Ecken jeweils so um, dass sie im 45° Winkel zu nähen sind. Das klingt einfach aber es birgt auch einige Herausforderungen:
#1 – Wie fängt man in der Mitte einer Seite an und wie sieht die Verbindung gut aus?
#2 – Wie kann man die Umrandung gleichmässig an den ganzen Quilt annähen, ohne Falten zu erzeugen, damit es aussieht als hättest Du eine Kordel rundherum angebracht?
#3 – Was machst Du, wenn die Ecken nicht ordentlich gefaltet sind?
Hier ein Beispiel einer schlecht gefalteten Ecke. Der Falz wurde mit zu wenig Stoff gefertigt.

Im Unterricht zeige ich, wie man einen „Zelt“-Falz am Beginn der Einfassung macht.


Am Ende der Umrandung „schläft“ das stumpfe Ende im „Zelt“.

Obwohl das Ergebnis eine nette, vorgetäuschte, diagonale Naht ist, muss die Verbindungs-stelle noch mit der Hand nachgenäht werden, da sie ohne Zweifel bauschig ist.

Ich wundere mich immer, wenn Quilter, nachdem sie die Basis gelernt haben, nicht mal eine andere Einfassungsmethode ausprobieren. Es gibt einen besseren Weg, den ich auch meistens selbst verwende.
Fortlaufende Einfassung mit maschinengenähten Briefecken (rechtwinklig, diagonal genähte Ecken).
Vielleicht hast Du noch nicht von dieser Methode gehört… Die Umrandung wird an den Quilt genäht und danach wird jede Ecke rechtwinklig gemacht.
Das ist sehr einfach und geht wie folgt:
1. Messe die Einfassung aus
2. Schneide sie
3. Nähe sie an
4. Nähe die Ecken
So sieht eine fertig genähte rechtwinklige Ecke aus.

Einfassungen dieser Art haben zwei klare Vorteile:
1. Die Einfassungen sind gleichlang wie jede Seite des Quiltes; das ist hilfreich, um den Quilt quadratisch auszurichten und
2. durch die maschinengenähten Ecken muss man die rechtwinkligen Falten nicht mehr mit der Hand nähen.
Vorab möchte ich bei meiner Einfassungsanleitung ausführen, dass ich immer damit beginne, eine gerade Linie rund um den Quilt zu markieren. Einige Quilter schneiden den Quilt rundherum gerade ab und nähen dann die Einfassung an. Ich lasse lieber das Vlies und die Rückseite noch dran während ich entlang der markierten Linie die Einfassung annähe und die Kanten des Quilts nach außen glätte. Zuletzt schneide ich das Vlies und die Rückseite so ab, dass genug Füllung übrig bleibt, um eine hübsche, „gestopfte“ Einfassung zu bekommen.
Ich hoffe, Du wirst die Methode das nächste Mal ausprobieren, wenn Du einen Quilt einfassen musst.